Bewertung und Prüfung auf Weiterbetrieb

Die Betriebszeit einer Windenergieanlage (WEA) richtet sich nach der Entwurfslebensdauer ihrer maßgeblichen Typen-/ Einzelprüfung (oft 20 Jahre). Ein verlängerter Betrieb der Anlage über diesen Zeitraum hinaus ist möglich, sofern im Rahmen einer Bewertung und Prüfung auf Weiterbetrieb ein Nachweis über die hierfür erforderlichen Bedingungen erbracht werden kann.

Die BPW erfolgt auf Grundlage der aktuellen Ausgabe der in Deutschland anzuwendenden „Richtlinie für Windenergieanlagen“ des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt-Richtlinie) und gemäß den „Grundsätzen für die Durchführung einer Bewertung und Prüfung über den Weiterbetrieb von Windenergieanlagen an Land“ des BWE vom Mai 2017.

Der Zeitpunkt der Durchführung einer BPW ist im Wesentlichen frei wählbar. Das Ergebnis der Restlaufzeit wird durch eine vorgezogene Durchführung der BPW nicht beeinflusst. Da der praktische Teil einer BPW eine WKP einschließt, könnte die BPW idealerweise zum Zeitpunkt der vorletzten oder letzten anstehenden Prüfung durchgeführt werden.

Die Bewertung der Anlagen hinsichtlich eines möglichen Weiterbetriebes erfolgt aus der Kombination eines analytischen Teils mit einem praktischen Teil. Aus den Ergebnissen der beiden Untersuchungen wird eine potentielle Restlaufzeit ermittelt.

Mit Erstellung der technischen Beichte für die praktische Prüfung und den analytischen Teil wird ein belastbares Ergebnis zur Vorlage bei Genehmigungsbehörden bzw. Wartungsunternehmen erzielt. Ein zusätzliches „behördliches Verfahren“ ist nicht notwendig. Die Vorlaufzeit für eine Beauftragung beträgt 6 Monate.

Analytischer Teil

Im analytischen Teil werden anhand der Maschinenkonstruktion, der Turbulenzen und der Erträge die theoretischen Lasten ermittelt, in deren Ergebnis eine Restlaufzeit ermittelt werden kann. Eine Besonderheit in unserer Vorgehensweise ist die Darstellung der wesentlichen Komponenten und deren spezifischen Restlaufzeiten. Somit lässt sich „das schwächste Glied der Kette“ leicht ablesen und potentielle Maßnahmen (Tausch/Reparatur von Komponenten) zur Erhöhung der Restlaufzeit ableiten.

Praktischer Teil

Die praktische Prüfung ähnelt ihrem Umfang nach einer Wiederkehrenden Prüfung mit vertiefenden Betrachtungen des Themenkomplexes der Ermüdung.

Gegenstand der Prüfung über den Weiterbetrieb ist eine individuelle Analyse möglicher Risiken, die sich aus dem Fortbetrieb der Maschine unter besonderer Berücksichtigung der bereits erreichten Betriebsdauer und den spezifischen Standortbedingungen ergeben.

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